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Nina Röder portraitiert in diesen Fotografien Erinnerungen ihrer Mutter an deren Jugendzeit; nachempfunden aus den Perspektiven ihrer Mutter, ihrer Großmutter und ihrer eigenen. Die zeitliche Grundlage basiert auf konkreten erinnerten Ereignissen ihrer Mutter, wie die des Tanzkursabschlussballes, Augenblicke vor dem Ausgehen und ihrer Ausbildung zur Friseurin.

Die Serie soll Fragen nach zeitlich und emotional bedingten Metamorphosen familiärer Erinnerungen aufwerfen: Wie sieht sich Röders Mutter jetzt in diesen Erinnerungen? Welche Emotionen sind mit ihnen verbunden und wie haben sich die Erinnerungen im Laufe der Zeit möglicherweise verändert? Wie erinnert sich wiederum Röders Großmutter an diese Zeit, als ihre Tochter noch jung war? Wie empfand sie als Mutter diese Augenblicke oder wie schätzte sie die Gefühle ihrer Tochter ein? Und wie viel weiß schließlich Nina Röder von diesen Momenten, die sie ja nicht unittelbar erlebt hat, sondern nur aus Erzählungen kennt. Fragen, die vielmehr durch die performative Versuchsanordnung der drei Frauen getragen werden, als das versucht wird, die komplexen Metamorphosen von Erinnerungen aufzulösen.

Entstanden sind die Fotografien in dem Elternhaus und Jugendzimmer von Röders Mutter in der mittelfränkischen Provinz. Die Kleider, die von allen drei Frauen getragen wurden, sind original Kleidungs-
stücke aus der Jugendzeit der Mutter und stehen im jeweiligen narrativen Zusammenhang zu den Erinnerungen.

Titel: Mutters Schuhe
Jahr: 2008
Ort: Windsbach / Deutschland
Technik: C-Print
Größe: 40 x 50 cm

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In “Mutters Schuhe” Nina Röder shows three distinct perspectives of her mother’s youth: her mother’s, her grandmother’s, and her own. Röder highlights self-reflective moments in her mother’s life, like her prom and her education as a hairdresser, in order to explore how subjectivity and perspective affect the retelling of memories.

This work suggests that emotions and time can trigger a metamorphosis which alters our perceptions of certain memories. Röder questions how her mother sees herself in her memories, which emotions correspond to which memories, and how her emotions have changed over time. She also ponders how her grandmother remembers these moments in her daughter‘s life and how she feels about them. Finally, Röder considers how much she herself knows about these memories.

These questions are approached through performative experminents rather than through an explanation of the complex metamorphosis of memories in general. The photos were shot in old rooms in Röder’s mother’s childhood home in the Franconian province. The clothes the three women are wearing are orignial clothes that belonged to Röder’s mother and are narratively connected to each referenced moment.

Title: Mutters Schuhe
Year: 2008
Place: Windsbach / Germany
Technique: C-Print
Size: 40 x 50 cm