Theresia
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In Nina Röders Masterarbeit an der Bauhaus-Universität Weimar inszeniert sie Erinnerungen ihrer Großmutter aus einer performativen Ich-Perspektive.

Die Arbeit „Theresia“ setzt sich folglich mit der Idee zeitlich bedingter Metamorphosen von Erinnerungen – und im Speziellen mit Erinnerungen der Großmutter der Künstlerin auseinander.

Röders Großeltern wurden nach dem Zweiten Weltkrieg aus dem Sudetenland vertrieben und erfuhren das Schicksal, dadurch nicht nur ihre materiellen Güter,​ sondern auch ihre Heimat zu verlieren. In Bayern angekommen, bauten sie sich ein neues Leben auf, dessen heile Fassade – geprägt durch den psychischen Zustand der Großmutter Theresia, die seit den Erlebnissen des Krieges an Verlustangst und Depressionen litt – oft nur vordergründig zu sein schien.

Die Selektion der Erinnerungen setzt sich aus konkreten Momenten zusammen, in welchen Theresia nicht einem „Oma-Stereotyp“ entspricht, sondern in welchen durch die aufgebaute Idylle, befremdliche und desperate Ereignisse drängen. Aufgrund der zeitlichen und gesellschaftlichen Distanz dieser Erlebnisse zum Leben der Künstlerin zeichnet sich die Stimmung in den Fotografien durch eine künstliche Atmosphäre aus, die durch eine erstarrte Anmutung den seelischen Zustand der Hauptperson in den jeweiligen Momenten widerspiegelt.

Die Räume in den Fotografien wurden mit original Kostümen, Tapeten und Möbeln der Großmutter aus​gestattet, und für diese Arbeit in einem leerstehenden Haus in Weimar wiederaufgebaut

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Nina Röder’s master thesis at the Bauhaus-University is a performative photography project which explores her grandmother’s memories. The photographs show a mix of perceptions reconstructed based on her grandmother’s stories and her own imagination.

Röder‘s grandparents were expelled from Bohemia (which is now the Czech Republic) after the Second World War. Not only did they lose their material belongings, but also their homeland. Despite her new and (superficially) happy life in Bavaria, Röder’s grandmother Theresia suffered from depression and the deep fear of losing her loved ones.

Röder selects memories based on moments in which this new idyllic life breaks down. Röder’s temporal and emotional distance from these memories prompted her to create an artificial atmosphere whichs suggests that her grandmother‘s impressions are frozen or altered by her past trauma.

The rooms featured in the photographs were constructed in an empty house in Weimar and staged with Röder’s grandmother’s personal furniture, linens, and clothing.

/SHORT INFO

Titel: Theresia
Jahr: 2009
Ort: Weimar/Deutschland
Technik: Fine Art Print kaschiert auf Alu-Dibond
Größe: 50 × 50 cm

Title: Theresia
Year: 2009
Place: Weimar/Germany
Technique: Fine Art Print mounted on Alu-Dibond
Size: 50 × 50 cm

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